Die Stuckplastik Giacomo Serpottas und der europäische Spätbarock

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Diese Studie liest Serpotta neu: nicht als isoliertes Genie am Rand Europas, sondern als eigenständige Stimme des Spätbarocks. Seine Stuckplastik erscheint als angewandte Kunst im radikalen Sinn: ortsgebunden, funktional, performativ.

Beschreibung

Stuck wird Bühne. Raum wird Handlung. Bild wird Inszenierung. Zwischen 1656 und 1732 formte der sizilianische Künstler Giacomo Serpotta in Palermo einige der eindrucksvollsten Oratorien Europas. Seine monochromen Figuren, Reliefs und Ornamente verwandeln diese Versammlungsräume in bewegte Bildwelten. Nichts bleibt rein dekorativ. Alles ist Inszenierung. Diese Studie liest Serpotta neu: nicht als isoliertes Genie am Rand Europas, sondern als eigenständige Stimme des Spätbarocks. Seine Stuckplastik erscheint als angewandte Kunst im radikalen Sinn: ortsgebunden, funktional, performativ. Im Dialog mit der europäischen Raumkunst seiner Zeit, auch mit Gian Lorenzo Bernini, wird sichtbar: Serpottas Werk organisiert Raum, lenkt Wahrnehmung und bindet den Betrachter ein. Die Oratorien werden so zu sozialen Bühnen und Stuck zu einem Medium europäischer Kunst.

 

ISBN: 978-3-946855-96-5